Montgomery kam mit zwei weiteren Artgenossen aus schlechter Haltung zu uns ins Tierheim. Ebenso wie seine ehemaligen Mitbewohner lebte er in einem Hinterhof ohne regelmäßige Spaziergänge und abgeschirmt von der Sozialisation. Glücklicherweise lässt er sich davon nicht unterkriegen. Schnell lebte er sich in den Tierheimalltag ein und begegnete uns Pfleger:innen zwar freundlich, aber auch sehr distanzlos und dreist.
Nun darf das junge Energiebündel erst einmal lernen, sich zurückzunehmen und auch bei Streicheleinheiten nicht mit vollem Körpereinsatz in den Menschen hineinzuspringen. Auf der Suche nach Aufmerksamkeit bedient er sich am gesamten Repertoire, springt an einem hoch und rempelt Besucher an, sofern man das zulässt. Besonders in hektischen Momenten fällt es ihm noch oft schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich an den Hunde-Knigge zu erinnern. Hier sind die Hundehalter:innen gefragt, auch dann gelassen zu bleiben, wenn ihr Vierbeiner das Ganze noch nicht leisten kann, und weiter an solchen Situationen zu arbeiten. Ja, auch Ruhe halten muss gelernt sein und fällt begeisterungsfähigen, arbeitseifrigen Hunden oft noch schwerer, da sie stets auf die nächste Aufgabe oder Aktion warten, bei der sie etwas tun dürfen.
Das Zusammenleben mit uns läuft nach festen Regeln und inzwischen hat er verstanden, bei wem er sich wie viel erlauben darf. Zudem helfen ihm die Strukturen, zu verstehen, was von ihm in welchen Situationen erwartet wird. Neue Kommandos lassen sich auch hier gut mit Futter antrainieren. Ein wahrer Hund zum Pferde stehlen also – sofern die Bezahlung stimmt. Inzwischen kennt er den klassischen Tagesablauf im Tierheim und übt sich in Geduld. Mit Hilfe von Clickertraining hat er schnell verstanden, dass er für ruhiges Warten auf seinem Platz eher an eine Belohnung kommt, als beim Versuch, sich selbst an den Leckerlibeuteln der Zweibeiner zu bedienen.
Draußen beim Spazierengehen kann man sich genau diesen Trainingseifer zunutze machen. Dort zeigt sich Montgomery noch sehr außenorientiert und ist stets auf der Suche nach etwas Spannendem. Zurzeit arbeiten wir fleißig an der Leinenführigkeit und Orientierung am Menschen, damit er auch ruhige Spaziergänge entspannt genießen kann. Aktuell bekommt er noch viel Feedback von uns zurück, um es ihm leichter zu machen, zu verstehen, welches Verhalten erwünscht ist. Nach und nach gelingt ihm das immer besser und er findet seinen Platz im gemeinsamen Zusammensein. Wir wünschen dem jungen, verschmusten Mann arbeitsfreudige Menschen, bei denen er nun endlich ankommen und sich entspannen darf.
Setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung! Gerne auch telefonisch unter 06021/89260.